Allgemeine Informationen zum Thema Kontrastmittel

Kontrastmittel werden bei radiologischen Untersuchungen eingesetzt, um Organe, welche nur geringe Dichteunterschiede zu den umgebenden Geweben/Organsystemen aufweisen, radiologisch besser sichtbar zu machen bzw. um pathologische Prozesse in einzelnen Organen von gesundem Gewebe besser differenzieren zu können.

Nach der Art ihrer Verabreichung unterscheidet man Kontrastmittel die oral/rektal verabreicht werden von injizierbaren Kontrastmitteln, welche über einen venösen (arteriellen) Zugang in den Blutkreislauf gebracht werden (Infusion, Bolusinjektion).

Injizierbare Kontrastmittel

Jodhaltige Kontrastmittel- Röntgen, Computertomographie (CT)

Es handelt sich um Derivate der Benzoesäure, an die drei Jodatome gebunden sind. Dabei bestimmen die chemischen Eigenschaften der am Benzolring gebundenen Seitenketten nicht nur das physikalisch-chemische Verhalten der Substanz (wie zum Beispiel die Wasserlöslichkeit oder das Fließverhalten der Lösung) sondern auch das biologische Verhalten.

Die überwiegende Zahl der verwendeten Präparate wird über die Niere ausgeschieden. Als Kontraindikation für eine Anwendung gilt neben einer Jodallergie demzufolge auch eine höhergradige Einschränkung der Nierenfunktion.

Sollten metforminhaltige Antidiabetika (z.B. Glucophage®) eingenommen werden, so ist eine intravenöse Gabe von nichtionischem Röntgenkontrastmittel nur bei entsprechenden Serumkreatinin- bzw. GFR- Werten uneingeschränkt möglich. Andernfalls ist die Medikation ab dem Tag der Kontrastmittelapplikation, nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin/ dem behandelnden Arzt, zu stoppen und eine GFR- Kontrolle in den darauffolgenden 48 Stunden angezeigt. Ist kein signifikanter GFR- Abfall nachweisbar kann die Metformingabe wieder fortgesetzt werden. Bei Unklarheiten kontaktieren Sie bitte vor der Untersuchung unsere Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter oder Ihre Hausärztin / Ihren Hausarzt.

Neben der Injektion von jodhaltigen Kontrastmitteln werden sie auch zur Füllung von Gangsystemen (Galaktographie), der Gebärmutter und der Eileiter (Hysterosalpingographie) oder Fisteln verwendet.

Gadoliniumhaltige Kontrastmittel | Magnetresonanztomographie (MRT)

Gadolinium, ein Metall aus der Gruppe der Lanthaniden, wird als Chelatkomplex verabreicht. In pathologischen Geweben kommt es zu einer vermehrten Anreicherung, was bei der Bildgebung mittels MRT (Magnetresonanztomographie) ausgenützt wird.

Für die Untersuchung der Leber in der MRT stehen verschiedene injizierbare Kontrastmittel zur Verfügung, welche unterschiedlich zur Kontrastierung von Leberveränderungen beitragen und zum Teil auch mit der Galle ausgeschieden werden.

Orale/rektale Kontrastmittel

Zur Untersuchung des Magen-Darm-Traktes wird eine Bariumsulfatsuspension, welche eine hohe Dichte aufweist, in Kombination mit einem negativen Kontrastmittel (Luft, CO2) verwendet. Dabei erzeugt die Bariumsulfatsuspension einen "Beschlag" an der Schleimhaut, das negative Kontrastmittel dient zur Entfaltung des Magen-Darm-Traktes wodurch eine Darstellung des Schleimhautreliefs ermöglicht wird.

Bariumsulfatsuspension wird vom Körper nicht aufgenommen, die Ausscheidung erfolgt über den Darm. Nach Verabreichung von größeren Mengen dieses Kontrastmittels sollte ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden, um Verstopfungen zu vermeiden. Bei Verdacht auf eine Perforation des Magens oder bei Verdacht auf Fremdkörper in der Speiseröhre wird bevorzugt jodhaltiges, injizierbares Kontrastmittel zur oralen Einnahme verwendet.

In der Computertomographie wird bei Untersuchungen des Abdomens eine wenig dichte Bariumsulfatsuspension (500 bis 1000 ml ) oral verabreicht, um eine Kontrastierung des gesamten Dünndarms und soweit möglich des Dickdarmes zu erzielen. Dadurch wird die Abgrenzbarkeit des Darmtraktes von pathologischen Prozessen im Bauchraum (Tumore, Lymphknoten etc.) verbessert.

In der Magnetresonanztomographie des Abdomen werden wasserlösliche Substanzen, welche Eisenpartikel enthalten, zur Kontrastierung (in diesem Fall negative Kontrastierung = Signalauslöschung) verwendet.

Vor der Untersuchung

Voraussetzung für eine intravenöse Kontrastmittelgabe sind entsprechende Nierenfunktions- und Schilddrüsenparameter. Diesbezüglich muss vor jeder Kontrastmitteluntersuchung ein aktueller Blutbefund (nicht älter als 1 Monat) mit entsprechenden Blutwerten Kreatinin, GFR (Glomeruläre Filtrations Rate), bei Röntgen- KM auch TSH (Thyreoidea- Stimulierendes Hormon) vorgelegt werden.

Sollten metforminhaltige Antidiabetika (z.B. Glucophage®) eingenommen werden ist eine intravenöse Gabe von nichtionischem Röntgenkontrastmittel nur bei entsprechenden Serumkreatinin- bzw. GFR- Werten uneingeschränkt möglich. Andernfalls ist die Medikation ab dem Tag der Kontrastmittelapplikation, nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin/ dem behandelnden Arzt, zu stoppen und eine GFR- Kontrolle in den darauffolgenden 48 Stunden angezeigt. Ist kein signifikanter GFR- Abfall nachweisbar kann die Metformingabe wieder fortgesetzt werden.

Bei der Gabe von gadoliniumhaltigen MR- Kontrastmitteln kann die Metforminmedikation uneingeschränkt fortgesetzt werden.

Kleinere Speisen (leichtes Frühstück, Tee, etc.) sind vor einer geplanten Untersuchung mit intravenöser Kontrastmittelgabe erlaubt.

Kontrastmittel und Stillen

Die intravenöse Applikation von jodhaltigen Röntgen- Kontrastmitteln oder makrozyklischen, gadoliniumhaltigen MR- Kontrastmitteln bei stillenden Patientinnen ist entsprechend der aktuellen ESUR (European Society of Urogenital Radiology) Guidelines 10.0 zugelassen. 
Das Abstillen der Muttermilch vor einer geplanten CT- bzw. MRT- Untersuchung ist nicht erforderlich.

Nebenwirkungen von Kontrastmitteln

  • Oral applizierte Kontrastmittel wie Bariumsulfat werden vom Körper nicht aufgenommen und in unveränderter Form ausgeschieden. In Ausnahmefällen kann eine Stuhlverstopfung auftreten, welcher durch reichliche Flüssigkeitszufuhr vorgebeugt werden kann. Bariumsulfatsuspensionen dürfen nicht verwendet werden, wenn der Verdacht auf "Leckstellen" im Darmtrakt (Fistel, perforiertes Ulcus) besteht. Bariumsulfatsuspension in der freien Bauchhöhle kann lebensbedrohliche Komplikationen verursachen. Bei Dickdarmröntgen (Irrigoskopie) ist daher nach vorangegangener Biopsie der Darmschleimhaut stets ein Sicherheitsintervall von 14 Tagen zwischen Biopsie und Röntgenuntersuchung einzuhalten. Alternativ kann in diesen Fällen verdünntes, wasserlösliches Röntgenkontrastmittel peroral/rektal verabreicht werden.
  • Die verwendete Luft oder das Kohlendioxyd können zu vorübergehendem Völlegefühl führen.
  • Bei der Injektion/Infusion von jodhaltigen Kontrastmitteln kann ein kurzzeitiges Hitzegefühl sowie ein metallischer oder bitterer Geschmack auftreten. Weitere Nebenwirkungen (Hautrötung, Juckreiz, Übelkeit) sind bei den heute in Verwendung stehenden Kontrastmitteln äußerst selten, können jedoch auftreten. Es handelt sich hierbei um alle Stufen der allergischen Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock, möglicherweise mit Todesfolge.
  • Bei den i.v.-verabreichten (intravenös verabreichten) Kontrastmitteln bei der MRT gilt grundsätzlich das für die jodhaltigen nierengängigen Kontrastmittel Gesagte, wobei die Häufigkeit der Nebenwirkungen noch deutlich geringer ist.